6. März 2016

„Wilder Westen“ erhalten – Stadtteilprojekte fördern

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Ende Februar wurde bekannt, dass der Streichelzoo „Wilder Westen“ vor der unmittelbaren Schließung steht, erste Tiere aus dem Projekt wurden bereits abtransportiert. Seit 1997 gibt es den Streichelzoo in Gröpelingen, er dient Kindern und Jugendlichen in diesem sozial benachteiligten Stadtteil als Freizeitangebot. Der Streichelzoo erfreut sich großer Beliebtheit und ist ein fester Bestandteil der sozio-kulturellen Landschaft des Bremer Westens.

Die Sozialbehörde begründet diesen Schritt unter anderem mit zu hohen Sanierungskosten, nachdem mehrere Jahre an Gebäuden und Zäunen notwendige Arbeiten ausgeblieben sind. Die Erhaltungsarbeiten wurden dabei absichtlich ausgesetzt, da ein Umzug des Zoos auf den „Campus Ohlenhof“ geplant war. Das Konzept zur Zusammenlegung von neu zu gründender Oberschule und Zoo war in einem breit angelegten Beteiligungsprozess im Stadtteil entwickelt worden. Der Senat hat sich jetzt jedoch entschieden, aus Kostengründen die Schule ohne Streichelzoo zu bauen.

Unklar ist derzeit, ob nur der Streichelzoo oder darüber hinaus auch die gesamte Einrichtung „Wilder Westen“ zum 31.07.2016 geschlossen werden soll. Der „Wilde Westen“ ist ein Zusammenschluss mehrerer Projekte unter der Verantwortung des Amtes für Soziale Dienste im Stadtteil Gröpelingen. Es gibt dort eine Suppenküche, ein Kaffeeangebot, die Nachbarschaftsbörse sowie diverse Betreuungsangebote für Kinder einschließlich der dort etablierten Hausaufgabenhilfe. Langjährige BewohnerInnen des Stadtteils sowie neu Hinzugezogene finden hier Hilfe zur Selbsthilfe. Die Nachbarschaftsbörse steht allen AnwohnerInnen als Anlaufstelle offen und verwaltet den Streichelzoo. Letztendlich fördert der „Wilde Westen“ in einem hohen Maße die Vernetzung der Menschen in einem der ärmsten Quartiere Bremens.

Es ist Aufgabe des Sozialressorts, den Betrieb dieser wichtigen und etablierten Einrichtung dauerhaft sicherzustellen. Dazu gehört neben einer Sanierung der bestehenden Gebäude vor allem auch eine Verstetigung der Beschäftigungsverhältnisse. Statt mit Ein-Euro-Jobbern zu arbeiten, müssen Konzepte entwickelt werden, wie der Zoo durch sozialversicherungspflichtig Beschäftige betrieben werden kann. Darüber hinaus ist eine verlässliche und auf Dauer angelegte institutionelle Förderung der gesamten Einrichtung nötig.

Der Senat ist zudem auch in der Pflicht, die Ergebnisse des Beteiligungsprozess im Stadtteil ernst zu nehmen. Dieser hat nochmals deutlich gemacht, welche wichtige Rolle der Streichelzoo für die lokale Bevölkerung hat und er ist deshalb besonders erhaltenswert.

Die Bürgerschaft (Stadt) möge beschließen:

Der Senat wird aufgefordert, das Gemeinschaftsprojekt „Wilder Westen“ in Gröpelingen im Bereich des aktuellen Standortes dauerhaft zu erhalten. Im Einzelnen möge der Senat:

  • Die Umverteilung der Tiere sofort stoppen.
  • Die notwenigen Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden zeitnah durchführen.
  • Ein Konzept erarbeiten, den Streichelzoo „Wilder Westen“ dauerhaft statt mit Ein-Euro-Jobbern mit sozialversicherungspflichtig beschäftigtem Personal zu betreiben.
  • Die institutionelle Förderung des Gemeinschaftsprojektes „Wilder Westen“ dauerhaft und verlässlich sicherstellen.

Kristina Vogt und Fraktion DIE LINKE